Ausbildungsmodule und Leistungsprüfungen

Der Arbeitsausschuss Atem-, und Körperschutz mit Unterstützung der BSB, ASB Atemschutz hat nach vielen Überlegungen eine, an die heutigen Anforderungen an den Atemschutzgeräteträger im Feuerwehrdienst, ausgerichtete modulare Ausbildung ausgearbeitet und hier zusammengefasst. Die heute angebotene Ausbildung in Wärmegewöhnungsanlagen von Feuerwehren in Eigenregie, von Fremdpersonen und Ausbildungseinrichtungen für Wärmegewöhnungsanlagen haben dazu geführt, dass es zu unterschiedlichen Ausbildungsaussagen und Lehrmeinungen einerseits und zu leider sehr gefährlichen Situationen andererseits, sowohl für Einsatzpersonen als auch Einsatzgerätschaften, kommen kann. Diese unterschiedlichen Anwendungen werden mit der neuen „Ausbildungsrichtlinie“ sowie mit einer „Richtlinie für die Durchführung von Heißausbildung“ harmonisiert. Es wurden die heutigen Einsatz- und Übungsanforderungen sowohl an die Einsatzpersonen als auch an die Einsatzgerätschaften als Maß für diese „Ausbildungsrichtlinie“ herangezogen. Um den Sachbearbeitern Atemschutz bzw. Ausbildern in den Feuerwehren eine geeignete Lehrunterlage zur Verfügung zu stellen, wurden die einzelnen Ausbildungsschritte nun näher definiert. So soll dies keinen zusätzlichen Aufwand für das Sachgebiet Atemschutz und den zuständigen Sachbearbeiter darstellen, sondern vielmehr eine Hilfestellung. Bereits in der Vergangenheit wurden die Probanden vor dem Modul „Atemschutzgeräteträger“ von ihren Sachbearbeitern mehr oder weniger in den Fachbereich unterwiesen. Hier stellt der NÖ Landesfeuerwehrverband nun eine gesammelte Unterlage mit den wesentlichsten Anhaltspunkten für die Vor- und Nachbereitung rund um das Modul „Atemschutzgeräteträger“ zur Verfügung.

Drei Kameraden unserer Wehr absolvierten am 02.06.2018 die Heißausbildung Stufe 5 in Amstetten. Bei diesem Lehrgang wurde das richtige vorgehen im Atemschutztrupp bei großer Hitze und der richtige Umgang mit dem Strahlrohr geübt.

LM Wolfgang Gruber, OFM Moritz Ströbele und FM Markus Leukermoser kamen bei dieser äußerst intensiven und heißen Ausbildung ziemlich ins schwitzen, doch ist diese sehr realitätsnahe Ausbildung ein wichtiger Schritt für eine effektive Brandbekämpfung im Ernstfall und bringt einen hohen Mehrwert des Atemschutzträger mit sich.

 

Unten angeführt, die Ausbildungsstufen mit Beschreibung des NÖ Landesfeuerwehrverbandes

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Stufe 1 

Gewöhnungsübung unter Atemschutz

Der Atemschutz-Sachbearbeiter in der eigenen Feuerwehr macht den Auszubildenden mit dem Gerät vertraut. Hier lernt der Auszubildende das wechseln der Flaschen, das Anlegen der Atemschutzgeräte, sowie das Kurzprüfen von Pressluftatmer und Maske. Außerdem absolviert er eine erste Atemschutz-Gewöhnungsübung ohne Belastung.

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Stufe 2 

 Modul Atemschutzgeräteträger

Diese Ausbildung wird in den NÖ-Bezirken durch geprüfte Lehrbeauftragte durchgeführt. Jährlich werden ca. 2500 neue Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Der Inhalt der Lehrunterlagen wird im 5-Jahresrytmus am neuesten Stand der Technik bzw. Taktik angepasst. 

In den Theorieeinheiten werden den Atemschutzgeräteträgern die Typenvarianten der Atemschutzgeräte, Befehlsstrukturen sowie richtiges Verhalten im Atemschutzeinsatz erläutert. Anschließend wird das erlernte Theoriewissen in der Praxis vertieft.

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Stufe 3 

Erweiterte Atemschutzausbildung

Der Atemschutz Sachbearbeiter in der eigenen Feuerwehr macht den Atemschutzgeräteträger mit den in der Feuerwehr vorhandene Gerätschaften (Maskenfunk, Wärmebildkamera, Schlauchtragekörbe, etc.) und Taktiken (Ausrücke Ordnung, anlegen des Pressluftatmer im Fahrzeug, etc.) vertraut.

Zuletzt wird mit anderen Kammeraden eine Übung abgehalten um das gelernte noch einmal zu vertiefen.

 

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Stufe 4 

Heißausbildung in gasbefeuerter WGA

In dieser gasbefeuerten Wärmegewöhungsanlage werden einsatznahe Zustände wie Hitze und Rauch simuliert, um die Auszubildenden möglichst authentische Einsatzbedingungen bieten zu können. Das Übungs-Szenarium ist in zwei Blöcken aufgeteilt. 

Block eins beschäftigt sich mit Wärme Gewöhnung, Block zwei mit Innenbrandbekämpfung.Diese Ausbildungsstufe wird durch den NÖ LFV organisiert und subventioniert.

An 7 Standorten in Niederösterreich können die Feuerwehren diese Ausbildung besuchen.

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Stufe 5 

Heißausbildung in feststoffbefeuerter WGA

Die Lehrinhalte gestalten sich ähnlich wie in der Stufe 4, jedoch wird in diesen Anlagen die Temperatur und Sichtbehinderung durch "Echtfeuer"“ simuliert. Dies dient vor allem zur Vertiefung der bereits erlernten Kenntnissen sowie das Kennenlernen eines Brandverlaufes.

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Stufe 6 

Heißausbildung in Rauchdurchzündungsanlagen

RAUCHDURCHZÜNDUNGSANLAGEN (RDA) (NÖ LFV – RL AS 01, Kap. 1.6) In dieser Ausbildungsstufe erfahren die Atemschutzgeräteträger das reale Brandverhalten und die daraus resultierenden Ereignisse. Diese Ausbildungsstufe stellt sowohl für ausgebildete Truppmänner, sowie Truppführer eine freiwillige Ergänzung zur bisher durchgeführten Ausbildung dar. Beachte Empfehlung „Durchführung von Heißausbildung in Niederösterreich“ des NÖ Landesfeuerwehrverbandes!

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